Im norddeutschen Städtchen in Niedersachsen haben sich mehrere Vereine für Menschen mit Behinderung zu einem Aktionstag am 13. Mai 2011 in der Oldenburger Innenstadt zusammengeschlossen. Das diesjährige Motto bundesweit ist „Inklusion beginnt im Kopf“.
Mit Infoständen dabei vom Bereich der Gehörlosen waren der Gehörlosen Sportverein Oldenburg 1942 e.V., Allgemeiner Gehörlosenverein 1999 e.V. und die Beratungsstelle „Hilfe für Hörgeschädigte“.
Der vor zwei Jahren gegründete aktive Behindertenbeirat der Stadt Oldenburg hatte dazu aufgerufen. Die Behindertenbeirätin Meike Dittmar ist selbst in den Gehörlosenvereinen Mitglied, hat auch gehörlose Freunde und beherrscht die Gebärdensprache gut so dass Gehörlose mit ihr über Themen für Menschen mit Behinderungen barrierefrei direkt kommunizieren können ohne einen Gebärdensprachdolmetscher dazu holen zu müssen.
Mit Inklusionstafeln wurden die Passanten angeregt eine Meinung zu jeweils einer provokanten These zu den Themen Arbeit, Bildung, Freizeit, Wohnen, Barrierefreiheit und Inklusion bei Zustimmung mit roten Klebepunkt abzugeben. Experten werteten das Ergebnis mit dem Teilnehmer aus und Vorurteile konnten dadurch abgebaut werden.
Hörende kamen an die Infostände und fragten auch nach wo sie Gebärdensprache lernen können. Das Interesse an Gebärdensprache ist nach wie vor groß.
Zwei Male am Tag wurden Gebärdenlieder vom gemischten Gebärdenchor Oldenburg bestehend aus gehörlosen und hörenden Mitgliedern in Deutsche Gebärdensprache (DGS) aufgeführt. Das lockte die Fußgänger zum stehenbleiben und viele Hörende waren fasziniert von dieser schönen Gebärdensprache.
Der Europäische Protesttag ist einmal jährlich immer von Ende April bis Mitte Mai und fordert europaweit an verschiedenen Aktionsorten die Menschenrechte ein, da immer noch Menschen mit Behinderungen in vielen Lebensbereichen benachteiligt werden. Deshalb sollen solche Aktionen in Richtung Öffentlichkeit und Politik Verbesserung und Aufklärung schaffen.
Insgesamt war es ein erfolgreicher Tag. Auch anderorts wie Berlin, München, Heidelberg oder Kiel gab es solche Aktionen von den Gehörlosenverbänden bzw. Vereinen.
Es sollten aber mehr Gehörlosenvereine mitmachen um auf uns aufmerksam zu machen. Nur so können wir die Vorurteile Hörender abbauen und für Verbesserung schaffen.
Vielleicht im nächsten Jahr?

Sandra Gogol