GSV: Fortbildung “Sprache lernen in Bewegung – Primarbereich”

Am Sonntag, den 31. Oktober 2021 fand die 4-stündige Fortbildung „Sprache lernen in Bewegung – Primarbereich“ statt. André Danke (Übungsleiter) und Melissa Thies (Mitarbeiterin im Familienturnen-Team und bei der Frühförderstelle dico – Bilinguale Entwicklungsbegleitung) waren für den Gehörlosen-Sportverein Oldenburg e.V. dabei.

Es waren insgesamt 15 interessierte Übungsleiter:innen aus Oldenburger Sportvereinen und pädagogische Mitarbeiter:innen aus Kindertagespflegen und Schulen dabei, um sich im Themenfeld der Sprachbildung und Sprachförderung fortzubilden. 

Der Stadtsportbund Oldenburg e.V. (SSB) hat für die Sportregion Ammerland, Oldenburg und Wesermarsch Frau Nathalie Graichen als Referentin gewinnen können.

Viele Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung haben Zuflucht in Oldenburg gefunden. Der Zweitspracherwerb – das Erlernen der deutschen Sprache – erhält hier oberste Priorität. Schulen und Kindertagesstätten bemühen sich daher mit vielfältigen Maßnahmen, den zugewanderten Kindern und Jugendlichen schnell Grundlagen der deutschen Sprache zu vermitteln. Dabei kann eine bewegungsorientierte Förderung die sprachlichen Kompetenzen beflügeln: Die Sprachentwicklung, nicht nur von Kindern mit Migrationshintergrund, wird durch bewegungsorientierte Maßnahmen unterstützt: Wortschatzerweiterung, Phonologie, allgemeine Kommunikationsfähigkeit etc.

Auch der organisierte Sport in Niedersachsen – Sportvereine gelten als außerschulischer Lernort -, leistet in dem Zusammenhang einen wertvollen Beitrag. Bewegung und Sprache gehören zusammen. Zusammen Sporttreiben bedeutet, sich in der Bewegung Worte, Sachverhalte und Zusammenhänge doppelt einprägen zu können. „Denn Sport und Spiel bieten viele Anlässe zu Kommunikation. Bewegungsorientierte Sprachförderung setzt bei den Stärken der Kinder und Jugendlichen an, nicht bei ihren Schwächen. Das erleichtert den Zugang zu Sprache, verspricht bessere Lernfortschritte und stärkt die Kinder und Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit“, so Niedersachsens ehemalige Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Über Bewegungsspiele lassen sich auf fröhliche Art und Weise Vokabeln lernen und das Verstehen im Alltag üben.

Dazu hat der Landessportbund mit Dr. Bettina Arasin das Konzept „Sprache lernen in Bewegung“ entwickelt, das einfach in jeden Sport- aber auch Sprachunterricht integriert werden kann. Die Bewegungsspiele haben sowohl einen sportlichen als auch einen sprachlichen Trainingseffekt und sind für gemischte Gruppen unterschiedlichen Alters geeignet. Die Teilnehmer:innen erhielten jeweils eine Spielesammlung am Ende der Fortbildung ausgehändigt. Das Material, dass Frau Dr. Arasin erstellt hat, regt dazu an die eigenen Ideen mit einzubauen und die Spiele zu erweitern.  

Alle Teilnehmer:innen testeten unter Anleitung der Referentin die Spiele. Mit Freude und Kreativität wurden sogleich Varianten ergänzt. Die Umsetzung der eigenen Ideen machte die Fortbildung lebendig und die vier Zeitstunden vergingen wie im Flug.

Melissa Thies: „Es war eine super Fortbildung, bei der ich viel mitnehmen konnte. Die Inhalte bezogen sich größtenteils auf schon ältere Kinder, daher bin ich umso gespannter, wie der zweite Teil, für die jüngeren Kinder ablaufen wird und welche Anregungen uns dort mitgegeben werden. Wir haben viele Spielideen mitgenommen, von denen wir hoffentlich einiges umsetzen können. Sehr gut gefallen haben mir vor allem die kurzen Konzentrationsspiele, für die man nicht viel aufwenden muss, um sie mit Kindern durchzuführen.“

„Die 35 Spiele dieser Sammlung, zunächst für Kinder im Grundschulalter entwickelt, sind rund um sechs Sprachlernschwerpunkte organisiert, darunter z.B. das ABC-Training, das Erlernen von Wörtern oder die korrekte Zuordnung von Artikeln. Bei den Spielen handelt es sich um Aufwärm-, Koordinations,- Team- und Wettspiele, die ohne viel Aufwand von Übungsleiterinnen und Übungsleitern in Übungsstunden, von Lehrerinnen und Lehrern im Schulsport und im Sprachunterricht, von Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der „Bewegten Pause“ und während der Betreuungszeiten eingesetzt werden können.“ (Sportjugend Niedersachsen). 

Foto Quelle: SSB OL e.V.