Workshop zu Zukunftsentwicklung und Partizipation im Haus der Jugend
Am Samstag, 19. September 2026, fand im Haus der Jugend in Oldenburg ein Workshop im Rahmen der Zertifizierung „jugendfreundlicher Sportverein“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom GSV Oldenburg. Durchgeführt wurde der Workshop von Tjarden L. und Navina, die vom Landessportbund Niedersachsen (LSB) mit der Durchführung beauftragt wurden.
Der GSV Oldenburg hatte sich für die Zertifizierung zum jugendfreundlichen Sportverein beworben. Ziel des Workshops war es, die Jugendlichen aktiv einzubeziehen, ihre Ideen zu sammeln und gemeinsam über die Zukunft des Vereins sowie über Mitbestimmung und Beteiligung zu sprechen.
Jugendliche gestalten ihre Vereinszukunft
Insgesamt nahmen 13 Jugendliche im Alter von 10 bis 21 Jahren sowie drei Erwachsene aus dem Vorstand und dem Unterstützerteam teil. Dazu gehörten der 1. Vorsitzende André D., die 2. Vorsitzende Nadina S. und Sandra G., die die Jugendlichen unterstützte. Zwei Referenten und zwei Dolmetscherinnen begleiteten den Workshop.
Zu Beginn blickten die Teilnehmenden auf die vergangenen zwei bis drei Jahre zurück. Die Jugendlichen sammelten Vereinsaktivitäten auf Moderationskarten und ordneten diese gemeinsam an einem Zeitstrahl. Anschließend überlegten sie, wie sich die verschiedenen Aktivitäten kategorisieren lassen.
Danach ging es um die Zukunftsvision: „Male dir deinen jugendfreundlichen Verein 2030.“ Die Jugendlichen entwickelten eigene Ideen und gestalteten Poster. Dabei beschäftigten sie sich unter anderem mit folgenden Fragen:
• Wie soll die Jugendarbeit im Jahr 2030 aussehen?
• Welche Angebote soll es geben?
• Welche Möglichkeiten zur Mitbestimmung sollen Kinder und Jugendliche erhalten?
Die Jugendlichen arbeiteten selbstständig in Kleingruppen. Das Vorstandsteam stand ihnen unterstützend zur Seite, gab Tipps und half bei Bedarf. Bei schwierigen oder komplizierten Fragen sorgten die Referenten gemeinsam mit den Dolmetscherinnen für eine verständliche Vermittlung.
Von der Idee zur konkreten Projektplanung
Ein weiterer Schwerpunkt war die Projektplanung. Die Jugendlichen ordneten ihre Ideen in einer Matrix nach ihrer Wirkung und der einfachen Umsetzbarkeit. Dadurch konnten sie erkennen, welche Vorschläge sich möglicherweise schnell und mit überschaubarem Aufwand verwirklichen lassen.
In einer anschließenden Ideenwerkstatt sammelten die Teilnehmenden konkrete Themen und teilten sich in Kleingruppen auf. Jede Gruppe entwickelte ein eigenes Projektposter mit folgenden Inhalten:
• Ziel und Zielgruppe
• Notwendige Umsetzungsschritte
• Benötigte Ressourcen
• Erste Schritte und Zeitplan
Zum Abschluss der Projektplanung stellten die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum vor. So konnten alle Teilnehmenden die unterschiedlichen Ideen kennenlernen und gemeinsam darüber sprechen.
Gemeinsame Mittagspause und Nachmittag mit dem Thema Partizipation
Zur Mittagspause gab es zwei verschiedene Aufläufe und Joghurt als Nachtisch. Die Verpflegung sorgte für eine gemeinsame Pause und neue Energie für den weiteren Workshop.
Am Nachmittag stand das Thema Partizipation und Mitbestimmung im Mittelpunkt. Die Jugendlichen beschäftigten sich in verschiedenen Gruppenarbeiten damit, wie sie sich im Verein einbringen, Verantwortung übernehmen und eigene Ideen umsetzen können. Dabei wurde deutlich, dass Jugendliche nicht nur an Vereinsangeboten teilnehmen, sondern auch aktiv an der Gestaltung des Vereinslebens beteiligt sein sollen.
Projektplanung: „2 Nächte – 1 Team und viel Gebärden“
Im Rahmen der Projektplanung wurde auch die bevorstehende Aktion „2 Nächte – 1 Team und viel Gebärden“ besprochen. Diese findet vom 20. bis 22. November 2026 im Haus der Jugend statt. Die Jugendlichen überlegten gemeinsam, welche Aufgaben für die Durchführung notwendig sind. Dazu gehörten beispielsweise die Organisation der Einkäufe, die Planung von Sportangeboten und weitere Aufgaben rund um das gemeinsame Wochenende. Die Aufgaben wurden unter den Jugendlichen verteilt, sodass sie aktiv Verantwortung übernehmen und die Veranstaltung mitgestalten können. Dadurch lernen sie, eigene Ideen umzusetzen, im Team zusammenzuarbeiten und demokratische Entscheidungen zu treffen.
Feedback: Viel Freude, aber auch ein langer Tag
Zum Ende des Workshops fand eine Feedbackrunde statt. Einige Jugendliche berichteten, dass ihnen der Workshop sehr gut gefallen habe und sie viel Spaß bei den Aufgaben hatten. Gleichzeitig wurde angemerkt, dass der Workshop sehr lange gedauert habe.
Die lange Dauer war aufgrund der umfangreichen Themen und der verschiedenen Gruppenarbeiten nachvollziehbar. Eine Aufteilung auf zwei Termine war wegen der Terminkalender jedoch nicht möglich. Außerdem wäre bei einem zweiten Termin das Risiko größer gewesen, dass weniger Jugendliche teilnehmen. Eine Durchführung an einem Tag war daher auch aus organisatorischen und nachhaltigen Gründen sinnvoll, unter anderem um zusätzliche Kosten zu vermeiden.
Trotz der langen Dauer konnten die Jugendlichen viele Erfahrungen sammeln und ihre Ideen mit nach Hause nehmen. Sie haben erfahren, wie demokratische Beteiligung funktioniert und dass ihre Meinung im Verein wichtig ist. Sie dürfen eigene Ideen einbringen, Projekte mitgestalten und Verantwortung übernehmen.
Vorstand zeigt sich zufrieden
Zum Abschluss durfte auch das Vorstandsteam seine Einschätzung zum Workshop geben. „Ich fand den Workshop sehr gut gelungen. Die Themen wurden vertieft. Für die Jugendlichen war der Tag sehr anstrengend. Ich bin superglücklich, dass die Jugendlichen da waren und mitgemacht haben. Sie sind ein Bestandteil unseres Sportvereins und gehören einfach dazu. Ein Vereinsleben ohne Jugendliche ist unvorstellbar“, betonte der 1. Vorsitzende André D. Er machte damit deutlich, wie wichtig die Jugendlichen für die Zukunft des GSV Oldenburg sind und dass ihre Beteiligung im Vereinsleben einen hohen Stellenwert hat.
Nadina S.: „Der Workshop war für mich sehr lehrreich und interessant. Besonders gefreut hat mich, dass viele Jugendliche dabei waren. Ich fand es spannend, ihre Perspektiven und Ideen kennenzulernen und zu sehen, wie unterschiedlich ihre Bedürfnisse sein können. Gleichzeitig hat mir der Austausch gezeigt, wie wichtig es ist, Jugendlichen Raum zu geben, ihre Meinung einzubringen und aktiv mitzugestalten. Insgesamt war der Workshop eine gute Gelegenheit, neue Impulse mitzunehmen, voneinander zu lernen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie ein Verein attraktiver und offener für junge Menschen gestaltet werden kann. Ich nehme aus dem Workshop viele interessante Gedanken und Anregungen mit und freue mich darauf, diese auch in Zukunft einzubringen.“
Referent lobt die aktive Beteiligung der Jugendlichen
Auch Referent Tjarden L. zeigte sich von der Beteiligung der Jugendlichen beeindruckt: „Ich hatte bisher noch keinen Workshop bei einem anderen Sportverein, bei dem so viele Kinder und Jugendliche dabei waren. Meistens waren es ältere Jugendliche. Es war schön anzusehen, wie viel ihr euch eingebracht und wie toll ihr mitgemacht habt.“ Er lobte damit das Engagement der Jugendlichen und ihre aktive Mitarbeit während des gesamten Workshops.
Der Workshop war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Zertifizierung als jugendfreundlicher Sportverein. Die Jugendlichen konnten ihre Ideen entwickeln, gemeinsam Projekte planen und erfahren, dass sie im GSV Oldenburg aktiv mitbestimmen und mitgestalten können.
Kurz erklärt: Die Zertifizierung „jugendfreundlicher Sportverein“
Auf dem Weg zur Auszeichnung erhalten Sportvereine, Landesfachverbände und Sportbünde Unterstützung durch die Sportjugend Niedersachsen und ihre Expertinnen und Experten.
Zunächst wird der sogenannte „J-Check“ selbstständig ausgefüllt. Damit wird überprüft, wie jugendfreundlich die eigene Organisation aktuell ist. Anschließend finden zwei Workshops zu ausgewählten Themen statt, die von einem Beratungsteam begleitet werden. Die Zielgruppe sind insbesondere junge Menschen unter 27 Jahren. Vor der Beantragung der Auszeichnung wird der J-Check erneut ausgefüllt, um Veränderungen zu überprüfen. Dabei erhalten die Organisationen Unterstützung durch Beraterinnen und Berater.
Sportvereine, die die Auszeichnung erhalten, können außerdem eine finanzielle Förderung von bis zu 1.000 Euro für ihre sportliche Jugendarbeit bekommen.
Die Auszeichnung „jugendfreundlich“ ist ein Baustein des Demokratieförderprogramms „Beweg Was!“. Dieses wurde vom LandesSportBund Niedersachsen und seiner Sportjugend gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung ins Leben gerufen. Ziel ist es, junge Menschen zu stärken, ihre Beteiligung zu fördern und demokratische Werte im Sport erlebbar zu machen.














